Lesekompetenz
Unter dem Begriff Lesekompetenz (engl. reading literacy) versteht man die Fähigkeit, geschriebene Texte zu verstehen. Dabei steht die Aussage, Absicht und die formale Struktur des Textes im Vordergrund. Schwerpunkt ist die Informationsgewinnung und die Einordnung in einen größeren Zusammenhang, um die Texte für verschiedene Zwecke sachgerecht zu nutzen.
Dabei ist nicht allein die Lesefähigkeit ausschlaggebend, sondern v.a. die Fähigkeit sich aufgrund der Lektüre eines Textes kreativ mit realistischen Problemen auseinandersetzen zu können.
Lesekompetenz gilt als moderne Schlüsselqualifikation (darunter wird der kompetente und sachgerechte Umgang mit fachlichem Wissen verstanden). Sie ist für die spätere berufliche Qualifizierung grundlegend.
Bei der PISA-Studie aus dem Jahre 2000 wurde die Lesekompetenz in fünf Kompetenzstufen unterteilt. Stufe 1 stellt die einfachsten, Stufe 5 die höchsten Anforderungen an die Lesekompetenz der Testpersonen. Dabei wurden die Informationsgewinnung, die Interpretation und der Abgleich mit der Wirklichkeit in den Vordergrund der Überprüfung gestellt. Deutsche Schülerinnen und Schüler schnitten u.a. bei der Lesekompetenz, im Vergleich zu den anderen Industrienationen, unterdurchschnittlich schlecht ab.
Es gibt in der Leseförderung unterschiedliche Methoden, um die Lesekompetenz zu verbessern, bzw. das Lesen richtig zu lernen. Das Erlernen bestimmter Lesestrategien und der Umgang mit ihnen, in Abhängigkeit von bestimmten Zielen, sollte dabei primär sein.
Voraussetzung bei allen Methoden zur Leseförderung ist, dass man mehrschrittig und altersangemessen vorgeht. Dabei empfiehlt es sich schrittweise vom Konkreten (Anschaulichen, Naheliegenden) zum Abstrakten (nicht gleich Ersichtlichen) überzugehen. D.h. vom einfachen Lesen des Textes über das Markieren von Schlüsselwörtern und dem Unterstreichen von wichtigen Textstellen, bis zum Zusammenfassen von Abschnitten und dem Erstellen einer Zusammenfassung in eigenen Worten.